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Steht auf gegen die ausländerfeindliche Kampagne
von CDU und CSU

Ehemalige antifaschistische Widerstandskämpfer appellieren an die Jugend

Wir, die am Widerstand gegen den Nazifaschismus teilgenommen haben, wenden uns vor allem an Euch, die Angehörigen der jungen Generation. Wir rufen Euch zum Widerstand auf. Rassismus, Ausländerfeindlichkeit werden geschürt, die primitivsten Instinkte an Fremdenhaß geweckt! Das von Parteien, die sich christlich nennen.

An Euch, an die Jugend appellieren wir, die unbefangener mit dem gegenwärtig so umstrittenen Problem der Eingliederung von Millionen Eingewanderten in unsere Gesellschaft umgehen kann.

Einst kamen sie als Gastarbeiter zu uns, von der Bundesrepublik Deutschland gerufen, als dringend Arbeitskräfte gebraucht wurden. Vergessen war, daß mit der billigen Arbeitskraft auch ein Mensch kam, was lag dann Näher, als seine Familie nachkommen zu lassen. Unser Land ist für diese Menschen längst zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden, zur neuen Heimat. Ihre Kinder kamen und kommen hier zur Welt, wachsen hier auf, gehen hier zur Schule, sprechen genauso deutsch wie alle anderen Kinder, so daß sie voneinander kaum zu unterscheiden sind. Millionen, die dauerhaft hier leben, arbeiten, Steuern bezahlen, konsumieren, Arbeitsplätze schaffen.

Wirtschaftsexperten haben errechnet, daß von ihnen viele Milliarden in die Kassen der Sozialversicherung geflossen sind, von denen sie nur einen Bruchteil - da die meisten arbeitsfähig und im jüngeren Alter sind - an Sozialleistung zurück erhalten haben. Ehemals als Gastarbeiter umworben, längst zu Inländern geworden, aber zu "Ausländern" herabgestuft, als Menschen zweiter Klasse, mit gleichen Pflichten, aber ohne gleiche Rechte.

Damit muß endlich Schluß sein! Das noch geltende, in der Kaiserzeit festgeschriebene Staatsangehörigkeitsrecht, in dem das Blut, die Abstammung darüber entscheidet, ob jemand Deutscher werden kann, gehört auf den Kehrrichthaufen! Erforderlich ist die Hinnahme einer Doppel-Staatsangehörigkeit, wenn es die Einbürgerung erleichtert. In fast allen anderen Ländern ist das möglich und gilt übrigens bereits für 2 Millionen in unserem Land.

Dagegen richtet sich die Unterschriftenaktion der "christlichen" Parteien. Mit heuchlerischem Zynismus beteuern sie, sie seien für die Integration der Ausländer. Ausgerechnet die, die in ihrer gesamten Regierungszeit die Integration der Ausländer verhindert haben, deren Einbürgerung derart schwierig machten, daß nur etwa ein Prozent deutsche Pässe erhalten konnte.

"Ausländer raus!" haben sie insgeheim längst zu ihrem Parteiprogramm gemacht, überholt haben sie die rechtsradikale Hetze in der Ausländerfeindlichkeit, mit der sie ihre Wahlkämpfe bestreiten, wie gegenwärtig zur hessischen Landtagswahl.

Vergeßt es nicht, daß sie mit der unsäglichen Asyldebatte fortwährend das Benzin für die Brandanschläge auf die Asylheime lieferten! Stellt Euch mit uns gegen die Ungeheuerlichkeit dieser Unterschriftenaktion, die Rassismus und Fremdenhaß mobilisiert!

Laßt nicht zu, daß es einen Rückfall in eine ähnliche braune Barbarei gibt, die wir erlebt haben! Keinen Raum für Rassismus, für rassistische Vorurteile und Fremdenhaß! Gleichberechtigung für alle Menschen, die in unserem Land ihre Heimat haben!

Es ist das Vermächtnis des deutschen antifaschistischen Widerstandes, an dem wir beteiligt waren:

Macht aus der Bundesrepublik ein dauerhaft antifaschistisches, humanes, freiheitliches Gemeinwesen.

 

Erstunterzeichner:
Bruno Bachler, Duisburg; Milli Baum, Herne; Kurt Baumgarte, Hannover; Esther Bejarano, Hamburg; Karl Bennert, Solingen; Waltraud Blaß, Wuppertal; Walter Bloch, Düsseldorf; Werner Blumenthal, Herne; Fritz Bringmann, Aukrug; Emil Carlebach, Frankfurt/Main; Wolfgang Colden, Düsseldorf; Henny Dreyfuß, Düsseldorf; Hilde Faul-Gerber, Nürnberg; Etti und Peter Gingold, Frankfurt/Main; Ludwig Göhring, Nürnberg; Kurt Goldstein, Berlin; Willi Gottfried, Solingen; Hein Gottwald, Neumünster; Resi Grünwiedel, München; Lina Haag, München; Alfred Hauser, Stuttgart; Centa Herker-Beimler, München; Fritz Hollstein, Düsseldorf, Grete Humbach , Köln; Willy Hundertmark, Bremen; Erich Jende, Erfurt; Heinz Junge, Dortmund; Eugen Keßler, München; Lorenz Knorr, Frankfurt/Main; Karl Kopavnik, Duisburg; Hermann Laupsien, Düsseldorf; Käthe Limbach, Saarbrücken; Martin Löwenberg, München; Karl-Heinz Lorenzen, Flensburg; Gertrud Müller, Stuttgart; Gustav Müller, Duisburg; Anni Pröll, Augsburg; Bernhard Quandt, Schwerin; Fritz Rische, Düsseldorf; Emil Schmidt, Frankfurt/Main; Willy Schmidt, Frankfurt/Main; Bernhard Stein, Hamburg; Werner Sterzenbach, Düsseldorf; Fritz Teppich, Berlin; Maria Wachter, Düsseldorf; Philip Wahl, Worms; Karl-Heinz Winstermann, Duisburg; Jan Woelk, Lägerdorf; Jupp Wolf, Duisburg; Liselotte Wolf, Duisburg;

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• Autor: DKP Hessen •



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