Chancen für die Jugend
Als Kommunisten wissen wir, daß der Kapitalismus Benachteiligungen und
Ungleichheiten immer stärker hervorbringt. Neu ist sein Bemühen, dies
auch ideologisch zu vertreten. Das Motto heißt: Survival of the
fittest - Nur die Stärksten werden überleben.
Demgemäß erhöht sich auch ständig der Anteil der
überdurchschnittlich Verdienenden. Auch der Anteil derer, die weniger als
75% des Durchschnittsverdienstes erhalten, ist schon auf 36% angestiegen. Rund
1/3 der Jugendlichen fallen in den sogenannten Billiglohnsektor.
Die Prognose lautet daher: 1/3 leben in der Gesellschaft, 1/3 am Rande, und
1/3 bleibt draußen. Was bot doch die 2/3-Gesellschaft noch für
Möglichkeiten! Nun sind 2,8 Millionen Kinder unter 15 Jahren von Armut
betroffen.
Und noch eine Zahl zur Ausbildung und damit zur Zukunft von Jugend und
Gesellschaft: 1989 gab es in Berlin (Ost und West) 135.000 Studienplätze.
Im Jahr 2000 werden es noch 80.000 sein.
Jugendliche bekommen immer deutlicher gezeigt: Auf Euch kommt es nicht an!
Und aus dem Kampf gegen Armut und Ausgrenzung wird ein Kampf gegen Arme und
Ausgegrenzte.
Siehe USA: Kalifornien gibt mehr Geld für Gefängnisse aus als
für Hochschulen. 80% der schwarzen männlichen Bevölkerung von
Innenstadtghettos im Alter von 18 bis 30 Jahren sitzen im Knast oder stehen
unter Bewährungsaufsicht; 1,9 Mio. Inhaftierte gibt es in den USA.
H.R.
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