Der Holzmann-Coup
Öffnung der Flächentarife
Sonntagmorgen-Magazin Darmstadt, 28.11.99(ez): "Nach der Rettung des Baukonzerns Holzmann fordert der FDP-Parteichef Gerhardt eine generelle Öffnung der Flächentarifverträge. Holzmann dürfe jetzt mit gewerkschaftlicher Zustimmung aus dem Flächentarif aussteigen, einem Mittelständler würde diese Möglichkeit nicht eingeräumt. Es sei nicht fair, wenn ein Großkonzern gerettet würde, während kleinere und mittlere Unternehmen umso schlechtere Wettbewerbsbedingungen hinnehmen müssten."
Fuldaer Zeitung 29.11.99:
Vollkommen falsch findet dagegen der stellvertretende Obermeister der
Bauinnung in Fulda, Michael Wißler, das Eingreifen der Politik. Sicherlich
würde die Hilfe der
Bundesregierung den Firmen, die für Holzmann als Subunternehmer
arbeiteten,
helfen. Aber insgesamt würden besonders die von dem Bauriesen
bevorzugt
beauftragten Billigfirmen aus Osteuropa profitieren. Wißler
prophezeiht einen neuen
Preiskampf in der Branche. Mit Billigung der Gewerkschaften dürfte
nämlich der
Bauriese seinen Beschäftigten sechs Prozent weniger Lohn zahlen und
diese noch
dazu vier Stunden länger arbeiten lassen. "Diesen Vorteil nutzt
Holzmann, um die
Preise zu drücken", betont Wißler. Er sah den Vorgang als "Angriff
auf die
Tarifhoheit."
Junge Welt über Holzmann Demo in Frankfurt
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