Dafür braucht man keine SPD
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"Wenn dich deine Feinde loben,
hast du etwas falsch gemacht.
Tadeln sie dich, dann bist du
auf dem richtigen Wege."
August Bebel |
An diese Zeilen des Gründers der SPD muß man denken, wenn man
jetzt liest, von wem Gerhard Schröder gerade gelobt wird. Der
FDP-Vorsitzende ist begeistert, Olaf Henkel vom BDI sieht die "richtige
Richtung", Dieter Hundt vom BDA findet Schröder
"bemerkenswert".
Um was geht's? Schröder und Blair haben ein Papier veröffentlicht,
das so ziemlich alles übertrifft, was man vom "Automann"
Schröder erwartet hat.
Das Verständnis dessen, was "links" sei, dürfe
"nicht ideologisch eingeengt werden", fordern Schröder und
Blair. "Links" ist für sie auch, gute Bedingungen für
die Wirtschaft zu schaffen, bei der "notwendigen Kürzung der
staatlichen Aufgaben" den öffentlichen Sektor "radikal" zu
modernisieren. Die Linke müsse "eine neue angebotsorientierte Agenda
formulieren und umsetzen".
Eine ganze Zeitungsseite voll mit ähnlichen Aussagen. Banales und
Unausgegorenes. Die SPD soll umgekrempelt werden. Eine
"Techno-SPD" ist angepeilt.Was dabei herauskommt? Eine totale
Kapitulation linken Denkens wird deutlich, und so sehen es im Grunde alle
Gewerkschaften und viele Sozialdemokraten.
Viel ist im Grundsatzpapier von Dynamik, Flexibilität und
Kreativität in der Arbeitswelt die Rede. Erstmal richtig losgelassen,
entstehen scheinbar Wachstum, soziale Gerechtigkeit und Vollbeschäftigung
quasi automatisch. Es bedarf dazu nur eines modern gesinnten
Staats-Steuermannes, der alten Sozialballast über Bord wirft und Kurs
nimmt auf diese schöne neue Weit.
So einen Schwachsinn erzählen CDU und FDP schon lange. Dafür
braucht man keine SPD.
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