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DEUTSCHE KOMMUNISTISCHE PARTEI
BEZIRKSVORSTAND HESSEN
Hansteinstr. 4, 60318 Frankfurt, Telefon (069) 597 56 73
Offener Brief
An
Herrn Bundeskanzler Gerhard Schröder
Herrn Außenminister Josef Fischer
Frau Claudia Roth, Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Deutschen
Bundestages
Sehr geehrte Dame und Herren,
das engagierte Bemühen der zuständigen deutschen Gremien zur
Verhinderung der Hinrichtung der beiden LaGrand-Brüder in den USA und ihr
Eintreten gegen die Todesstrafe hat bei vielen Menschen Zustimmung und Eindruck
gefunden, auch bei Mitgliedern unserer Partei.
Wir möchten Sie heute bitten, sich mit dem gleichen Nachdruck für
Mumia Abu Jamal einzusetzen. Der schwarze US-Journalist und Bürgerrechtler
sitzt seit fast zwanzig Jahren in Pennsylvania im Gefängnis, nachdem er in
einem juristisch mehr als zweifelhaften Verfahren wegen angeblichen
Polizistenmordes zum Tode verurteilt wurde. Sein Leben ist akut bedroht. Vor
zwei Jahren mußte ein bereits festgelegter Hinrichtungstermin aufgrund
internationaler Proteste und Solidarität aufgehoben werden. Die
Rechtsmittel sind ausgeschöpft. Wenn jetzt der Oberste Gerichtshof der USA
die beantragte Anhörung ablehnt, was zu befürchten ist, muß
damit gerechnet werden, daß das Todesurteil umgehend vollstreckt wird.
Dann würde ein Mensch wegen seines Eintretens vor allem für die
Bürgerrechte der schwarzen Bevölkerung in den USA - Mumia Abu Jamal
galt als "Stimme der Stimmlosen" - hingerichtet.
Viele Menschen in aller Welt fordern ein neues, faires Verfahren für
Mumia Abu Jamal, seine sofortige Freilassung und Rehabilitierung. Wir bitten
Sie, sich dieser Protestbewegung anzuschließen und sich mit Ihren Mitteln
für Mumia Abu Jamal zu verwenden. Wir sind der Meinung, daß auch er
die Unterstützung aller derer verdient, die - entsprechend der unteilbaren
Menschenrechte der Vereinten Nationen - gegen die Todestrafe eintreten und
gegen politische und rassistische Justiz und Unterdrückung.
Wir sind gerne bereit, Ihnen weitere Informationen zur Verfügung zu
stellen.
Wir würden uns freuen, bald von Ihnen zu hören und verbleiben mit
vielem Dank und
mit freundlichen Grüßen
Frankfurt, den 22. März 1999
(Michael Beltz), stellvertr. Bezirksvorsitzender
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