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Hinrichtung droht

Demonstration

13.11.1999 12:00Uhr Kaiserslautern-Stiftskirche

Schon als Jugendlicher engagierte sich Mumia Abu-Jamal gegen Rassismus und Polizeibrutalität. Als Mitglied der Black Panther Party fiel er schnell in das Auge der örtlichen Polizei und des FBI´s. Nach der Zerschlagung der BPP durch das Aufstandsbekämpfungsprogramm Cointelpro des FBI´s engagierte er sich als Journalist und Radiokommentator. Er wurde nicht nur in seiner Heimatstadt Philadelphia, sondern weit über die Grenzen Pennsylvanias als "Stimme der Stimmlosen" bekannt. Im Dezember 1981 wollte er seinem Bruder zu Hilfe eilen, der von Polizisten zusammengeschlagen wurde. Dabei wurde Mumia lebensgefährlich angeschossen, der Polizist Faulkner wurde von einem unbekannten Mann erschossen. In einem rassistisch und politisch geführten Prozeß wurde Abu-Jamal von Richter Sabo, bekannt als "Henker von Philadelphia", wegen "Polizistenmordes" zum Tode verurteilt. Nachweislich wurde die Zusammensetzung der Jury rassistisch manipuliert, entlastende Beweise wurden zurückgehalten und Zeugen unter Druck gesetzt. Die entlastenden Beweise und Fakten für Mumias Unschuld füllen ein Buch von über 300 Seiten seines Anwaltes Len Weinglass.

Die breite internationale Solidaritätskampagne konnte bisher nicht ein faires Wiederaufnahmeverfahren und Mumias Freiheit erzwingen. Auch keine Aufforderungen des europäischen Parlamentes, des Vatikans sowie zahlreicher Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International konnten bisher ein Einlenken der politisch Verantwortlichen erreichen.

Sie wollen Mumia endgültig zum Schweigen bringen. Denn auch trotz der unmenschlichsten Haftbedingungen im Todesstrafenvollzug nahm Mumia immer wieder Stellung gegen Krieg, Rassismus und soziale Ungerechtigkeit. Weltweit bekannt wurden seine beiden Bücher "Aus der Todeszelle" und "Ich schreibe, um zu leben". 1995 konnte eine internationale Solidaritätsbewegung Mumias Hinrichtung im letzten Moment verhindern.

Der Kampf um Mumias Leben und seine Freiheit ist für viele Menschen zu einer internationalen Auseinandersetzung gegen eine Politik geworden, die nur noch die Einknastung und die staatliche Repression gegenüber sozial Benachteiligten und rassistisch sowie politisch unterdrückten Menschen kennt. Und das nicht nur in der USA, sondern in allen westlichen Industriestaaten. Diese Politik drückt sich in der BRD in rassistischen Sondergesetzen gegen Flüchtlingen und MigrantInnen aus

Die US-Militärcommunity Kaiserslautern und Umgebung ist das höchstmilitarisierte Gebiet der USA in Europa. Der ehemalige Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel, verglich einmal das von ihm regierte Bundesland frohlockend mit den "größten amerikanischen Flugzeugträger außerhalb der USA". In Kaiserslautern-Einsiedlerhof befindet sich das "Warrior Preperation Center", von wo aus die Bombenangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien koordiniert wurden, 15 km entfernt, die Air Base Ramstein, die nach der Umstrukturierung im Rahmen der "Neuen NATO", für 730 Millionen Mark zu einem Frachtflughafen umgebaut wird und so zum Hauptquartier für "humanitäre Hilfsleistungen" der USA in ganz Europa werden soll. Direkt zur Air Base Ramstein gehören die Depots Miesau und Weilerbach, die größten Munitions- und Atomwaffenlager der USA in Europa, desweiteren die Kapaun Air Station in Kaiserslautern-Vogelweh, die zum weltweit operierenden Kommunikations-Kommando der US-Air Force gehört.

Im Jahre 1996 wurde in einem feierlichen Akt die Atlantische Akademie Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern eröffnet. Gegründet wurde diese Akademie von der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Mit Tagungen und Seminaren vornehmlich zu deutsch-amerikanischen Themen, will die Akademie "das gegenseitige Verständnis und das wechselseitige Kenntnis von Amerikanern und Deutschen fördern". Auch will die Akademie nach eigenen Angaben der deutschen Bevölkerung das "US-amerikanische Rechtssystem" näher bringen. Ein Rechtssystem, daß immer mehr und höhere Gefängnisstrafen verhängt. Der Gefängniskomplex nicht nur in den USA ist zu einer Goldader für private Unternehmen geworden. Kaum woanders finden Konzerne so billige, entrechtete ArbeiterInnen. Das unverkennbare Ziel der weißen Machtelite ist es, die Folgen ihrer unsozialen Politik, nämlich immer größer werdende marginalisierte Bevölkerungsgruppen hinter den Gefängnismauern verschwinden zu lassen. Über 3 500 Menschen sitzen inzwischen in den Todestrakten ein. Immer mehr Menschen werden legal gelyncht. Die juristischen Möglichkeiten der Todesstrafengefangenen wurden 1996 durch ein "Anti-Terrorismus Gesetz" umfassend eingeschränkt. So können Bundesgerichte Todesurteile auf Bundesländerebene nur noch aufheben, wenn die "verfassungsmäßigen Rechte der Angeklagten in erheblichen Ausmaß eingeschränkt" waren. Weiterhin müssen die Angeklagten ihre Unschuld beweisen, anstatt daß der Staat die zweifelsfreie Schuld beweisen muß. Vor 1996 wurden noch 40 % der Todesurteile von Bundesgerichten wieder aufgehoben.

Wir wollen neben den zahlreichen Solidaritätsaktivitäten für Mumia aufzeigen, daß es auch hier in der für die "nationalen Sicherheitsinteressen" der USA wichtigen Region viele Menschen gibt, die in dem oft propagierten amerikanischen "Way of Life" einen "Way of Death" sehen und ein gerechtes Verfahren und die sofortige Freiheit für Mumia Abu-Jamal fordern.

Für das Leben und die Freiheit von Mumia Abu-Jamal und allen politischen Gefangenen

Abschaffung der Todesstrafe

Zur Demonstration rufen bisher auf:

Das Bundesweite Treffen der Mumia Unterstützungskomitees, Rote Hilfe Bundesvorstand, VVN-BdA Landesvereinigung Baden-Württemberg, VVN-BdA Kreisvereinigung Ortenau, VVN-Jugend Ortenau, Deutsch-Ausländischer Solidaritätsverein Heidelberg, Bündnis gegen den imperialistischen Krieg Kaiserslautern, Gruppe Zentralkomitee Kaiserslautern, DKP Kaiserslautern, Solidaritätskomitee Mumia Abu-Jamal Saarbrücken, Anti-Kriegs-Bündnis Trier, ÖTV Trier, HBV Trier, DKP Trier, SDAJ Trier, PDS Trier, DIE GRÜNEN Trier-Saarburg, Katholische Studierende Jugend Bistum Trier, DKP Rheinland-Pfalz, Grüne Hochschulgruppe Trier, (IG Metall Trier, Hochschulgruppe KrASS Trier, Infoladen Trier, Antirassistische Aktion Trier, Multikulturelles Zentrum Trier...)


http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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