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Schein-Heiligkeit eines Schein-Toten

Eigentlich ist mir völlig egal, was ein scheintoter alter Mann, der zudem noch halluziniert er sei "Vertreter Gottes auf Erden", zum Schwangerschaftsabbruch sagt oder auch nicht.

Befremdet beobachte ich lediglich, wie ein Aufschrei quer durch alle Parteien geht, weil der Vorgenannte droht, nicht mehr an der staatlichen "Schwangerenkonfliktberatung" teilzunehmen. Dieses Vorhaben kann ich nur begrüßen und meine Empörung gilt eher der Tatsache, dass diese Einflussnahme bisher erlaubt ist und von staatlicher Seite durch großzügige Subventionen sogar finanziert wird.

Mein Problem ist auch nicht, wie diese Zwangsberatungspraxis ohne Beteiligung der (kath.) Kirche aufrecht erhalten werden kann, sondern dass es diese "Beratungspflicht" überhaupt gibt, d. h. jemand dahergeht und mir als Frau das Recht absprechen will, über meinen eigenen Körper frei zu entscheiden. Das eigentliche Problem ist der gesetzliche Zwang zur Beratung, der z.B. in Bayern, wo 80 % der Beratungsstellen kirchliche sind, zur totalen Auslieferung der Frauen an diese führt.

Genauso fördert es dieser Staat, dass die Kirche durch Kindergärten schon Einfluss auf die Allerkleinsten und Wehrlosesten erhält, die in deren Kindergärten mit religiösem Schwachsinn indoktriniert werden, anstatt zu eigenständig denkenden Menschen heranwachsen zu können. Diese Kindergärten werden hauptsächlich (80 %) durch Steuergelder finanziert und gerade in ländlichen Gebieten fehlt die Möglichkeit einer Alternative in Form konfessionsloser Kindergärten. Auch hier drohen die kirchlichen Träger ständig mit einem Rückzug - leider ohne ihn bisher in die Tat umgesetzt zu haben - um immer neue Zugeständnisse zu erpressen.

Der große Einflussbereich, der den Kirchen von diesem Staat eingeräumt wird zeigt, dass die Einschätzung von Marx, Religion sei "das Opium des Volkes", noch immer seine Gültigkeit hat. In Zeiten wie den heutigen ist es natürlich besonders günstig, wenn die Menschen statt aus Protest auf die Straße zu gehen betend in den Kirchen herumlungern und ihr Elend für "gottgegeben" halten.

B.K.


http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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