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Blut für Öl - Teil 1

Als 1991 im zweiten Golfkrieg die USA den Irak bombardierten, geschah dies im Namen der Demokratie, "unserer Wertordnung " (Bush), und des Völkerrechts.

Die "Werte" entpuppten sich schnell als schiere Öl-Interessen. "Der Grund für unseren Einsatz am Golf ist viel alltäglicher", bekannte George Hamilton, Vorsitzender des Unterausschusses "Naher Osten" im Repräsentantenhaus, offen: "Geld und Öl - und wer die Kontrolle darüber ausübt. " - "Kein Blut für Öl" war dann auch der Slogan der Friedensbewegung.

Beim" humanitären" Bombardement Jugoslawiens scheint solcher Zusammenhang nicht gegeben. Und doch ist die Blutspur die die NATO über das Balkanland zieht, auch mit Öl vermischt. Sie führt bis zum kaspischen Meer wo es derzeit um viel Öl und Erdgas geht und" wer die Kontrolle darüber ausübt". So ziemlich alle westlichen Öl-Multis sind hier im Geschäft und schachern um die ausbeutungsträchtigsten Ölfelder in Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan. Das Kaspische Becken gilt nach der Golf-Region als das reservenreichste Öl-Dorado der Welt. Die Öl-Multis haben nur ein Problem: Wie bringt man die Energieschätze störungsfrei aus der Gegend auf die WeItmärkte? Alle bestehenden und möglichen Pipeline-Trassen führen durch politische Krisengebiete.

US-Strategen sprechen in diesem Zusammenhang von inem "politischen Erdbebengürtel ", der vom Balkan über den Kaukasus bis an die Grenzen Chinas reiche. ,Die Lösung von Konflikten muß unsere Aufgabe Nummer eins in dieser Region sein ", erklärte der stellvertretende US-Außenminister Talbott bereits 1997: "Konfliktlösung ist die Voraussetzung und Folge der Erschließung von Energiequellen" (siehe dazu isw-report Nr. 40 "Weltsheriff NATO)".

Besonders um den Transit des Kaspi-Öls nach Westeuropa ist inzwischen ein heftiges Gerangel im Gange. Hier rechnen sich die südosteuropäischen Länder Ukraine, Bulgarien und Rumänien große Chancen aus, eine Schlüsselstellung in der Pipelineführung zu erhalten. So schloß Rumänien im Vorjahr ein Übereinkommens-Memorandum mit dem italienischen Energiekonzern ENI und erwartet die Resultate einer Machbarkeitsstudie für eine Pipeline vom rumänischen Ölterminal Constanta am Schwarzen Meer nach Triest, über Ungarn, Slowenien, Kroatien und auch Serbien. Die Studie wird auch von den USA mit 650 000 $ gefördert. Es haben sich bereits mehrere US-Firmen um den Bau der Pipeline beworben. ENI-Präsident Moscato wird von rumänischen Presseagenturen mit den Worten zitiert: "Wirtschaftlich ist diese Lösung die lukrativste." Um das Geschäft abzusichern, werde ENI Vereinbarungen mit Kroatien und Slowenien schließen. Das "Handelsblatt" berichtet in diesem Zusammenhang: "Pferdefuß der Trasse nach Italien ist der Teilabschnitt durch Serbien, gegen den Sicherheitsbedenken bestehen. Nicht umsonst warnte Constantinescu, die Sicherheit des Transits müsse durch eine internationale Garantie gewährt werden. Bukarest hofft aber auch, daß das Sicherheitsargument die Aufnahme Rumäniens in die NATO beschleunigen würde."

Unter diesem Aspekt erhält das im Rambouillet- Vertrag (Appendix B) vorgesehene NATO-Besatzungsstatut für ganz Jugoslawien eine zusätzliche Dimension.

Fred Schmid


http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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