Erst kreisten die Bomber - Jetzt kreisen die Geier
"Es klingt zynisch", heißt es im nebenstehenden internen
Rundschreiben der GAMAX-Finanzdienst Vermittlungs GmbH, vom 4.6.99: "Doch
was in den letzten Wochen zerbombt wurde, muß wieder aufgebaut
werden."
 Das klingt nicht nur zynisch. Das ist zynisch. Aber
nicht verwunderlich. Spätestens seit Marx wissen wir, wie blutrünstig
sich das Kapital mit steigenden Gewinnaussichten gebärdet. Und die hier
zitierten Rothschild-Fondsmanager sind da noch die Kleineren
Immerhin aber haben sie begonnen, von "Firmen besonders in der
Umgebung Jugoslawiens, die irgendwie mit dem Bau in Verbindung stehen",
Aktien aufzukaufen, in Österreich und Griechenland beispielsweise.
(Jugoslawische Baufirmen sind für den Wiederaufbau offenbar gar nicht erst
eingeplant.)
Und, auch das steht in diesem uns ja ganz eindeutig: Branchenfonds
können zwar zyklischen Krisen ausgesetzt sein, doch "durch seine
globale Anlagesteuerung" bietet der MOBIL-Fonds eine "interessante
Verteilung und damit eine deutliche Risikoreduzierung". Auf gut deutsch,
wenn in Jugoslawien nichts mehr zu holen ist, kann man ja woanders weitermachen
- nicht zuletzt der Risikoreduzierung der Geldanleger zuliebe.
Wenn sich die Geier vom Himmel niedersenken, geht es natürlich nicht
ohne Streit ab.
Da fordert der US-Präsident: "daß die finanzielle Last vor
allem die Europäer schultern müssen" und die Engländer
verweisen darauf, daß sie ja fast die Hauptlast bei den Bombenflügen
getragen, hätten. Also, Bitteschön, will man auch die meisten
Aufträge. Pervers wie der Glaser der erst die Scheiben einschmeißt
und dann seine Glaserei anbietet.
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