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Presseerklärung der Fraktion DKP/OL in Mörfelden-Walldorf

Nein zum Krieg!

1945 hieß es in Deutschland: Nie wieder Krieg! Jetzt ist die Bundeswehr an einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beteiligt!

Die Bundesregierung aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat ihr Amt unter der Losung angetreten "Deutsche Außenpolitik ist Friedenspolitik". Inzwischen ist dieser Slogan genauso zynisch wie das Kohl-Wort "Frieden schaffen mit immer weniger Waffen".

Der sozialdemokratische Verteidigungsminister hat trotz Sparzwang im gesamten Etat einen Rüstungshaushalt in Höhe von 46,7 Milliarden DM durchgesetzt. Die mittelfristige Planung sieht eine weitere Steigerung vor. Bis zum Jahr 2000 auf 48,3 Milliarden und bis 2002 auf 49 Milliarden DM.

Die Politiker der SPD, der Grünen, der CDU/CSU und FDP sagen, man müsse eine humanitäre Katastrophe verhindern. Sie sagen nicht, daß mit den Bombardements mittlerweile eine viel größere humanitäre Katastrophe ausgelöst wurde. Sie reden mit zwei Zungen: Der Völkermord gegen die Kurden in der Türkei wird ignoriert, die Türkei ist schließlich in der Nato. Außerdem, die Bundesrepublik verkauft nach wie vor Waffen an die Türkei. Die Bundesregierung und die Nato haben die zivile Konfliktbearbeitung auf dem Balkan nicht unterstützt. Sie haben aber zur Eskalation der Kosovo-Krise beigetragen.

Wir sagen: Wer den Frieden will, darf Serbien nicht bombardieren!

Wer den Frieden will, muß den Frieden vorbereiten!

Aber: Für die Entwicklung ziviler Konfliktbearbeitung hat die neue Regierung mit sechs Millionen Mark nur den Gegenwert eines Panzers bereitgestellt. Allein in der ersten Phase der Bombardierung Jugoslawiens werden 600 Millionen Mark, das Hundertfache, ausgegeben.

Ende Februar 1999 wurde dem Deutschen Bundestag durch die Regierungskoalition unter Mithilfe der rechten Oppositionsparteien die Zustimmung zu einer Verlagerung von Truppen und schwerem militärischen Gerät unter anderem mit dem Argument nahegelegt, größerer militärischer Druck erhöhe die Chancen der Verhandlungen. Lediglich die PDS-Fraktion stimmte in namentlicher Abstimmung dagegen.

Nun zeigt sich, daß der militärische Druck eben nicht zu einer Dialog-Lösung geführt, sondern die Ausgangspositionen zusätzlich verhärtet hat.

Wenn Nato und Bundeswehr Jugoslawien jetzt bombardieren, dann ist das Tor auf für militärische Interventionspolitik. Der sozialdemokratische "Verteidigungs"minister kalkuliert das ein, der "Grüne" Außenminister unterstützt den Angriffskrieg.

Das ist eine neue Situation, auch für die Parteien in unserer Stadt. Hier leben Einwohnerinnen und Einwohner aus vielen Ländern friedlich zusammen. Dabei sind solche die aus dem Kosovo kommen und ca. 260 Menschen, die aus Serbien und Montenegro stammen.

Viele dieser Menschen telefonieren mit ihren Angehörigen, betrachten mit Sorge und Angst die Fernsehbilder.

Wir teilen ihre Sorge und ihre Angst.

Wir sehen: Die seitherigen Verhandlungen haben sich in der Nato-Falle verfangen, und die Möglichkeiten der OSZE und der UNO wurden in den Wind geschlagen.

Wir wollen nicht erneut deutsche Kommißstiefel auf dem Balkan und befürchten, daß bald die ersten Zinksärge auf dem Flughafen Rhein-Main ankommen.

Wir sagen: Alle, die eine solche Entwicklung verhindern wollen, müssen öffentlich protestieren und Widerstand gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland leisten.

Wir sagen nein zum völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien!

1945 war es selbstverständlich: Nie wieder Krieg! Das gilt für uns auch heute noch!

Wir fordern:

  • Schluß mit der Bombardierung!
  • Keine Zustimmung der Bundesregierung zur neuen NATO-Strategie!
  • Drastische Reduzierung des Rüstungshaushaltes!
  • Keine neuen Rüstungsprojekte!
  • Ausstieg aus dem teuren Eurofighter-Programm!

http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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