IG Medien: Nato-Angriffe sofort beenden

Stuttgart, 28. März 1999
Die Angriffe der Nato gegen Jugoslawien sofort zu beenden, forderte der Vorsitzende der IG Medien, Detlef Hensche, am Sonntag (28.3.) in Stuttgart. Die Militäreinsätze
hatten bereits in den ersten Tagen das Gegenteil dessen bewirkt was mit ihnen beabsichtigt gewesen sei. Die Menschen im Kosovo würde nicht geschützt, sondern seien nunmehr erst recht Unterdrückung, Vertreibung und Tod ausgeliefert. Nicht auszudenken, welches Leid und welche
Opfer durch eine Fortsetzung der Gewalt weiter angerichtet würden! Daher sei die Politik gefordert.
Auch wer militärische Eingriffe ohne Vollmacht der UNO aus humanitären Gründen für gerechtfertigt haft, müsse zu der Einsicht gelangen, daß das Bombardement politische Lösungen weder ersetzen noch befördern könne. Es sei an der Zeit, die Jugoslawien-Politik der letzten zehn Jahre einer kritischen Revision zu unterziehen. Namentlich die deutsche Politik habe sich durch Unterstützung der Separation und durch vorschnelle Anerkennung der jugoslawischen Teilstaaten hervorgetan, ohne die Chance zu ergreifen, den Schutz der Minderheiten und ein friedliches Nebeneinander zur Bedingung zu machen. So habe sie zur Polarisierung beigetragen, an deren Ende nunmehr die Sackgasse militärischer Konfrontation stehe.
Die Erfolglosigkeit militärischer Angriffe biete die Chance einer Neubestimmung der Politik, die Vertrauen schaffen und gewaltfreie Lösungen sowie demokratische Entwicklungen unterstützen müsse. Wichtigste aktuelle Aufgabe sei es, den Flüchtlingen wirksam zu helfen.
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