Kosovo und die Lehren
Unter dem Titel "Kosovo und die Lehren" schreibt
Professor Norman Paech u. a.:
"Kein Fehlschlag ist zu groß, als daß er nicht in einen
Sieg umgedeutet werden kann. Dazu bedarf es nicht mehr der NATO-Briefings, das
besorgen jetzt die Medien ohne Brüsseler Anweisung.
Und kein Trümmerfeld ist so verwüstet, als daß über
ihm nicht die Verheißung blühender Landschaften aufsteigen
könnte: Demokratie und Marktwirtschaft - wenn ihr denn nur euren
Präsidenten stürzt...
SPD und Grüne haben sich nun auch die Reste ihrer pazifistischen
Tradition abgestreift. Was das rot-grüne Programm so attraktiv
gegenüber der alten Koalition machte, ist im unwiderstehlichen Sog der
großen Knegskoalition verkommen und zieht auch die ökologischen und
sozialen Projekte in immer schnelleren Strudel mit sich.
Es hat kein halbes Jahr gedauert um die neue Regierung vollständig zu
demontieren und sie auf einen Kurs einschwenken zu lassen, den unsere
postmoderne Soziologie als humanitären Imperialismus bezeichnen
müßte.
Imperiale Weltordnungspläne à la Albright, Brzezinski und Cohen
brauchen ihre Vasallen wie Blair und Solana, aber auch ihre Handlungsgehilfen
wie Fischer und Schröder. Ihre Kosten begleichen die SteuerzahlerInnen,
ihren Lohn genießen sie auf den Gipfeln der Macht und ihre Humanität
wollen sie gnadenlos vollstrecken..."
|