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Die NATO wollte den Krieg

Im militärischen Teil des Vertragsentwurfes von Rambouillet sollte die Bundesrepublik Jugoslawien ein Besatzungsstatut akzeptieren. Die NATO-Truppen sollten nicht nur – wie in der Öffentlichkeit dargestellt – im Kosovo stationiert werden, sondern sich in der gesamten Bundesrepublik Jugoslawien frei bewegen sowie Lager errichten und sämtliche Einrichtungen für ihre Zwecke nutzen können.

Hermann Scheer, SPD-Bundestagsabgeordneter: "Diese Artikel des Vertragstextes von Rambouillet zeigen: Es war unrichtig von der Bundesregierung, zu glauben und dem Parlament und der Öffentlichkeit zu suggerieren, dieser Vertrag hätte von Belgrad jemals unterschrieben werden können; selbst ein gemäßigter serbischer Politiker an der Stelle von Milosevic hätte diesen Text niemals unterzeichnet."

So haben die NATO-Staaten bewußt eine Situation herbeigeführt mit der sie den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Jugoslawien legitimieren wollen. Politische Lösungen wurden gezielt hintertrieben, die UNO wurde ausgehebelt. Der angebliche "Friedensvertrag" von Rambouillet ist in Wirklichkeit ein Kriegsvertrag zwischen der NATO und den albanischen Nationalisten der UCK zur Zerstörung des multinationalen, souveränen Staates Jugoslawien.

In der fünften Woche bombardiert die NATO in Jugoslawien militärische Einrichtungen, Brücken, Fabriken, Schulen, Wohngebiete, Flüchtlingskonvois. Der "Erfolg": unvorstellbare Schäden an der Infrastruktur Jugoslawiens, zerstörte Kulturdenkmäler, mehrere tausend Tote, Verstümmelte, Verletzte und im Kosovo die größte Flüchtlingswelle seit Beginn des Konfliktes. Jetzt wird mit dem Einsatz von Urangranaten der Übergang zum Atomkrieg beschritten; der Bodenkrieg wird vorbereitet.

Fünf-Punkte-Plan der PDS: Für Frieden im Kosovo

Angesichts der Zuspitzung der Kriegshandlungen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien, der ungeheuren Leiden, die die Kriegshandlungen aller Seiten unter der Zivilbevölkerung aller Völkerschaften dieses Landes anrichten, angesichts der verhärteten Position der NATO gegen jegliche Versuche einer politischen Lösung legt die PDS eigene Ideen vor, die dazu beitragen sollen, den dringend notwendigen Ausweg aus dieser unerträglichen und inakzeptablen Situation zu finden.

  • Der Krieg der NATO gegen die Bundesrepublik Jugoslawien und die militärischen Aktivitäten der jugoslawischen Armee, Polizei- und Sicherheitskräfte im Kosovo sind unverzüglich einzustellen.
  • Die jugoslawische Armee und die Polizei- und Sicherheitskräfte sind bis auf den im Milosevic-Holbrooke-Abkommen vom Oktober 1998 vereinbarten Umfang aus dem Kosovo zurückzuziehen. Darüber hinaus ist vom jugoslawischen Präsidenten und der Regierung sowie von der UCK ein sofortiger Waffenstillstand zu erklären.
  • Die ursprünglich vereinbarten 2.000 OSZE-Beobachter kehren unverzüglich in den Kosovo zurück und werden gegebenenfalls in ihrer Zahl erhöht.
  • Unter Hoheit des UN-Generalsekretärs werden direkte, unmittelbare Friedensverhandlungen zwischen den Konfliktparteien in dem Verständnis aufgenommen, daß der UN-Sicherheitsrat die Verantwortung für das Zustandekommen eines gerechten Abkommens übernimmt und seine Durchführung auf eine von ihm zu beschließende Art und Weise sicherstellt.
  • Die NATO und die EU erarbeiten einen gemeinsamen Plan zur Beseitigung der in der Bundesrepublik Jugoslawien angerichteten Zerstörungen und finanzieren den Wiederaufbau. Das schließt die Unterstützung der Flüchtlinge ein. Bis zur Rückkehr aller Flüchtlinge stellt die EU jenen Ländern finanzielle Mittel und Hilfsgüter zur Verfügung, die Flüchtlinge aufgenommen haben bzw. noch aufnehmen.

http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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