Der Krieg und die Folgen
Die NATO hat das unmenschliche Bombardement Jugoslawiens unterbrochen. Kann
man jetzt aufatmen und zur Tagesordnung übergehen? Sicher nicht. Denn
dieser unerklärte Aggressionskrieg wird jetzt mit anderen Mitteln aber mit
gleichen Zielen fortgeführt. Jugoslawien soll weiter zerstückelt und
damit geschwächt werden. Die NATO, insbesondere aber
Deutschland, dulden auf dem Balkan (wie auch weltweit) nur Staaten, die
sich dem Westen gegenüber wohl verhalten. Alle anderen werden früher
oder später - auch militärisch - in die Schranken verwiesen.
Bei diesem Krieg darf nicht vergessen werden: Es war ein
völkerrechtswidriger Angriffskrieg mit entscheidender deutscher
Beteiligung. Geschehen im Jahre 1999 unter einer von Sozialdemokraten und
Grünen gebildeten Regierung.
Die Bilanz nach zwei Monaten Bombenkrieg: Die Nato flog vom 24. März
bis zum 10. Juni 1999 35.219 Einsätze. 12.000 Tonnen Explosivstoff wurden
abgeworfen. Nach westlichen Schätzungen wurden mindestens 5000 Menschen
getötet. Zivilisten und Soldaten. Es gibt ungezählte
Verstümmelte.
Mehr als 800.000 Menschen wurden vertrieben oder mußten fliehen.
Albaner, Serben und andere Volksgruppen. Sie flohen vor den Bomben und den
Folgen eines Bürgerkrieges, den Deutschland mit angezettelt hat.
Es gibt Wirtschaftsschäden von ca. 100 Milliarden Dollar. Industrie
und Infrastruktur sind zerbombt. 60 Fabriken, die gesamte petrochemische
Industrie, der größte Teil der Energieerzeuger, 50 Brücken,
eine Unzahl von Straßen, touristische Anlagen, Wälder und
landwirtschaftliche Produktionsflächen sind nach zwei Monaten dem
Luftkrieg der NATO zum Opfer gefallen.
Es wurden Kassettenbomben eingesetzt und "verbotene"
Uranmunition, die das Land auf Jahre hinaus verseucht. Es wurden soviele Cruise
Missiles verschossen, daß sie knapp wurden.
Das Erziehungswesen ist zusammengebrochen. Universitätszentren in Nis,
Pristina, Novi Sad und Belgrad sind dem Erdboden gleich gemacht worden. Viele
Spitäler mußten nach Bombentreffern ganz oder teilweise geräumt
werden.
Und die ökologische Dimension der NATO-Bombardements: Verseuchtes
Wasser, giftige Niederschläge und verpestete Luft, die insbesondere den
Bränden in der Raffineriestadt Pancevo geschuldet sind.
So und nicht anders sieht dann das dürre Gerippe
"Humanitärer Einsatz" aus, wenn man es vom faulen Fleisch des
Menschenrechtsgefasels der Herren Schröder, Scharping und Fischer befreit.
Jetzt, da die NATO mit Bodentruppen im Land steht und die separatistischen
Terrorgarden der UCK sich anschicken, Polizeigewalt zu übernehmen, wird
das Kosovo serbenfrei geschossen. Von diesen Flüchtlingsströmen
spricht kein Josef Fischer mit tränenerstickter Stimme im Fernsehen. Diese
Flüchtlinge sind Ergebnis seiner Politik!
Über ein weiteres Kriegsziel der NATO-Bombenmafia sollte keine
Unklarheit bestehen: Jetzt soll wieder "aufgebaut" werden. Aber bitte
nur im Kosovo und "keinen Penny" für Milosevics Serbien, wie
US-Präsident Clinton verlauten ließ. Die internationalen Baukonzerne
reiben sich die Hände. Die Kosten des Krieges und die
Kosten des Wiederaufbaues trägt hier wie in anderen Ländern allemal
das Volk.
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