Musik und noch einmal Musik
Hitler in seinen Tischgesprächen am 11. April 1942 und am 22. Juli
1942
Es solle daher ja kein Lehrer daherkommen und plötzlich den Schulzwang
für die unterworfenen Völker verkünden wollen. Kenntnisse der
Russen, Ukrainer, Kirgisen und so weiter im Lesen und Schreiben könnten
uns nur schaden. Denn sie ermöglichten es helleren Köpfen, sich ein
gewisses Geschichtswissen zu erarbeiten und damit zu politischen
Gedankengängen zu kommen, die irgendwie immer ihre Spitze gegen uns haben
müßten.
Es sei viel besser, in jedem Dorf einen Radiolautsprecher aufzustellen, um
den Menschen auf diese Weise Neuigkeiten zu erzählen und
Unterhaltungsstoff zu bieten, als sie zur selbständigen Erlangung
politischer, wissenschaftlicher und so weiter Erkenntnisse zu befähigen.
Man solle es sich daher auch ja nicht einfallen lassen, den unterworfenen
Völkern im Radio Dinge über ihre Vorgeschichte zu erzählen, man
müsse ihnen vielmehr durch den Rundfunk Musik und noch einmal Musik
vermitteln. Denn lustige Musik fördere die Arbeitsfreude. Und wenn die
Leute viel tanzen könnten, so werde auch das nach unseren Erfahrungen in
der Systemzeit allgemein begrüßt werden.
Aus: H. Picker, Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier
1941-1942, hg. v.A. Hillgruber, München 1968, S.103f. u. 248
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