Die ehrlichen Makler
Die deutsche Außenpolitik und der Bürgerkrieg in Jugoslawien
Ein Buch von Ralph Hartmann
In den 90er Jahren hat kein anderes
außenpolitisches Thema über Jahre hinweg die Berichterstattung der
Medien so beherrscht und die Deutschen und Europäer so aufgewühlt wie
der schreckliche Bürgerkrieg auf dem Balkan. Von der deutschen
Bundesregierung wurde das auseinanderbrechende Jugoslawien zum Testfeld der
Außen- und Militärpotitik des größer gewordenen
Deutschlands erkoren.
Während Peter Handke das, "was Deutschland wieder
einmal gemacht hat mit Jugoslawien", "eine Schweinerei und ein
Verbrechen" nennt, erklärt Außenminister Klaus Kinkel, die
Deutschen seien "als ehrliche Makler um eine Lösung bemüht"
gewesen. Während sein Vorgänger Hans-Dietrich Genscher behauptet,
daß die von der Bundesrepublik vorangetriebene Anerkennung Sloweniens und
Kroatiens "den Menschen dort die Befriedung gebracht hat", ist der
damalige US-Außenminister Warren Christopher der Auffassung,
"daß beim gesamten Anerkennungsprozeß ... schwere Fehler
gemacht wurden ... und die Deutschen eine besondere Verantwortung tragen",
und der serbische Präsident Slobodan Milosevic meint gar, daß
Jugoslawien "das erste Opfer der Politik des Revanchismus" nach der
Vereinigung Deutschlands wurde.
Wo liegt die Wahrheit? Der exzellente Jugoslawienkenner und
langjährige Botschafter in Belgrad Ralph Hartmann untersucht anhand eines
umfassenden Tatsachenmaterials die deutsche Außenpolitik im
jugoslawischen Kriegsdrama.
Das Buch ist erschienen beim Dietz-Verlag Berlin, 4.
Auflage 1999, ISBN 3-320-01958-9
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