Letzte Warnung an die Uneinsichtigen
Ich kreuze ständig mit meinen Flugzeugträgern
vor deinen Küsten -
ich überfliege mit meinen Aufklärern
täglich deine große Stadt -
ich verminte deine Häfen
in einem weiten Halbrund -
ich unterstütze großzügig deine wenigen Feinde im Innern -
ich rüste sogar deine Nachbarn auf
gegen dich und übe täglich kleine Angriffe
auf dich -
von jeder Seite her.
Aber du hast
für meine fortgesetzten Friedensbemühungen
kein Verständnis.
Uneinsichtig erlaubst du
fremden Staaten
dir Waffen zu schicken.
Fühlst du nicht,
daß du mich bedrohst? Mich und deine Nachbarn?
Wie lange meinst du
werde ich noch zuschauen
wie du vor meinen Augen
für deine Verteidigung
Vorbereitungen triffst?
Meinst du ich kann in mir
keine ausreichende Angst
vor dir mobilisieren?
Meinst du meine Stahlindustrie
kann auch meine Nerven härten?
Du irrst dich!
Mühevoll und kostenreich
versuche ich seit Jahren
dein Land in den Abgrund
zu stürzen.
Aber du bist uneinsichtig
und wehrst dich verzweifelt.
Soll denn meiner schweren Arbeit
gar kein bescheidener Lohn sein?
Ich weiß beim besten Willen nicht,
ob meine Friedensbereitschaft so weit reicht,
daß ich dir
dieses Treiben
noch lange
durchgehen lassen kann.
Oder:
Wie viele falsche Nachrichten
braucht man
um aus einem unerklärten Krieg
einen öffentlichen
Verteidigungsfall
zu machen?
Franz Xaver Kroetz
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