Vorbereitung zur Kommunalwahl 2001
Hier: Diskussionsforum Kommunalwahl -Programmentwurf Mörfelden-Walldorf
Pressemitteilung vom 5.6.2000
DKP/OL Mörfelden-Walldorf legt Programm-Entwurf für die Kommunalwahl 2001 vor
Die DKP Mörfelden-Walldorf hat gemeinsam mit Parteilosen und mit Mitgliedern
der PDS den Entwurf eines Kommunalwahlprogramms unter dem Titel »Linke Politik
bleibt notwendig!« erarbeitet.
Auf dieser Grundlage will man jetzt weitere Kandidatinnen und Kandidaten für
die Kommunalwahl am 18. März 2000 werben.
Der Entwurf wird bis zur abschließenden Beschlußfassung über Programm und
Liste weiter diskutiert und ist offen für Veränderungen, um aktuelle
Entwicklungen aufnehmen zu können.
Die DKP Mörfelden-Walldorf formuliert die Grundsätze linker Kommunalpolitik
nach folgenden Hauptpunkten: Sie will immer Partei der sozialen
Gerechtigkeit, Partei der »kleinen Leute« sein,
Systemkritisch bleiben und trotzdem auf kommunaler Ebene mitgestalten.
Dabei ist bei der DKP die Oppositions- oder eine andere Rolle denkbar.
Die DKP will immer darauf verweisen: »Große« und »kleine« Politik gehören
zusammen (wenn »oben« das Geld »verpulvert« wird, fehlt es „unten« für die
Daseinsfürsorge).
Bei den jetzt vorgelegten 25 Programmpunkten rangiert die Ablehnung jedes
Flughafenausbaues ganz oben. Der Kampf gegen Sozialabbau auf allen Ebenen
zieht sich dann durch viele Programmpunkte.
Angesprochen werden ältere Menschen, junge Familien und Jugendliche.
Man fordert soziale Absicherung, altengerechte Einrichtungen; beschäftigt
sich mit Zukunftsfragen, sozialer Sicherheit, Umweltschutz, Erziehung,
Freizeit.
Es gibt Vorschläge für Ausbildung, Vereine, Musikszene, Internet, moderne
Spielplätze.
Man versucht visionäre Gedanken ansprechen: Wie kann die Stadt in 10 Jahren
aussehen,
spricht das Heimatgefühl an, will möglichst viel kommunales Miteinander.
Am 14. Juni 2000 will man weitere Pläne für den Wahlkampf entwickeln.
So will man für die DKP-Stadtzeitung »blickpunkt« eine selbständig
arbeitende Jugendredaktion einrichten, plant eigene Werbemittel zum Thema
Flughafenerweiterung, will das seitherige DKP-Engagement für eine
fahrradfeundliche Stadt mit Aktionen deutlich machen, plant Gespräche mit
Vereinen und Ausländergruppen.
Den bis jetzt erarbeiteten Entwurf für eine Kommunalwahl-Programm legen wir
Ihnen
bei, er kann telefonisch von allen Bürgerinnen und Bürgern bei uns (auch
über e-Mail) angefordert werden. Er ist abrufbar im internet:
www.DKP-Hessen.de.
Entwurf
Kommunalwahlprogramm der DKP / Offene Liste Mörfelden-Walldorf
für die Kommunalwahl am 18. März 2001
(eine endgültige Reihenfolge der Programmpunkte erfolgt vor dem Druck)
Flughafenausbau
Dieses Thema muss aktuell am Jahresende auf den letzten Stand gebracht
werden.
Wir sind gegen jeden weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens. Wir
unterstützen im Parlament und außerparlamentarisch den Widerstand.
Wir wollen neben den bestehenden Lärmmeßstellen, entsprechende unabhängige
kommunale Anlagen um den wachsenden Lärm besser kontrollieren zu können. Wir
setzen uns dafür ein, daß „Lärmsünder“ streng bestraft werden.
Wir wollen eine regelmäßige Überprüfung der Luft auf Schadstoffe, ein
absolutes Nachtflugverbot, neue Schallschutzmaßnahmen. Der Bodenlärm muß
gestoppt werden.
Der Kampf gegen die ständige Verminderung der Lebensqualität durch den
Flughafen muß Thema des Stadtparlaments bleiben.
Soziales
In Deutschland gibt es immer mehr Reiche und immer mehr Arme. Die Kommunen
sind immer weniger in der Lage, ihre Aufgaben zu erfüllen.
Die Sozialpolitik der Kommune kann nicht das ausgleichen, was in Betrieben,
in Wiesbaden und Berlin an Unsozialem beschlossen und praktiziert wird.
Sozialpolitik wird an Bedeutung zunehmen. Sozialer Wohnungsbau
und -vermittlung, Vereins- und Organisationsunterstützung sind ein wichtiges
Aktionsfeld für kommunale Politik.
Wir wollen, daß Schülerinnen und Schüler weiterhin kostenlos den Bus zur
Bertha-von-Suttner-Schule benutzen können.
Soziale Politik im kommunalen Geschehen stand und steht für uns im
Mittelpunkt. Bei allen Parlamentsentscheidungen werden wir darauf achten,
daß die Interessen der »kleinen Leute« berücksichtigt werden.
Finanzen
Es gibt genug Geld. Hunderte Milliarden DM deutsches Kapital „vagabundieren
weltweit. Die großen Banken und Konzerne machen Superprofite. Steuerflucht
und Korruption werden kaum eingedämmt. Für die Rüstung werden immer noch
gigantische Summen verschwendet. (Man hält am Eurofighter fest, will die
Bundeswehr für Auslandeinsätze ausrüsten, wehrt sich vehement gegenspürbare
Verkleinerung der Bundeswehr.)
Daran muß man auch denken, wenn man in einem Kommunalparlament arbeitet.
Gebührenerhöhungen und weitere Belastungen der Bevölkerung lehnen wir ab.
Die Bürgerinnen und Bürger bezahlen gerade genug Steuern. Wir wollen, daß
auch aus den Kommunen die Proteste gegen die „Finanznot“ stärker werden.
Die Privatisierung kommunaler Einrichtungen lehnen wir ab.
Keine weiteren Stadträte
Überall spricht man vom „Sparen“. Meist kommt dabei der Griff in die Taschen
der „kleinen Leute“ heraus.
Trotzdem: Auch in der Kommune kann gespart werden. Zum Beispiel: Bei
unterschiedlichen Koalitionszusammensetzungen in unserer Stadt diskutierte
man immer zunächst über die Neuverteilung der Posten. Frühere Amtsinhaber
wurden hochbezahlte Spaziergänger. Wir wollen keinen weiteren Stadtrat. Ob
es in unserer Stadt neben dem Bürgermeister einen 1. Stadtrat geben muß,
stellen wir zur Diskussion.
Jugend und Arbeit
Bekomme ich einen Ausbildungsplatz? Das ist heute die Hauptsorge junger
Menschen.
Für Ausbildungsplätze kann auch in der Kommune viel getan werden.
Die DKP / Offene Liste tritt dafür ein, daß sich regionale Firmen und
Unternehmen, die Städte und Gemeinden im Kreis Groß-Gerau, Gewerkschaften
und Parteien an einen Tisch setzen, um mehr Ausbildungsplätze zu schaffen.
Die Schulen müssen in die Lage versetzt werden, Berufspraktika zu
vermitteln. Ansätze für ein Ausbildungsforum in unserer Stadt sind zu
reaktivieren.
Wir fordern die Einführung einer Schnupper- und Informationsbörse, wo sich
örtliche Ausbildungsbetriebe vorstellen und Jugendliche über
Ausbildungsplätze informieren können. Dazu gehört auch, daß die hiesigen
Firmen und Unternehmen ihre Ausbildungsplätze in den örtlichen Zeitungen
ausschreiben, bis sie besetzt sind. Jugendarbeitslosigkeit ist einer der
schlimmsten Auswirkungen der "freien Marktwirtschaft". Dieser Politik stellt
sich die DKP / Offene Liste entschieden entgegen!
- Jugendliche wollen ein selbstbestimmtes und freies Leben führen!
- Arbeit ist ein Menschenrecht!
- Wer nicht ausbildet, muß zahlen!
- Mehr Lehrstellen auch bei der Stadt!
Stadtentwicklung
Der Wohnwert, die Lebensqualität muß erhalten werden. Das bedeutet, daß wir
auch die Entwicklung des Umlandes beobachten müssen. Also, keine Ausweitung
des Flughafens, keine Rodungen für Kiesgruben und ähnliche Vorhaben. Eine
weitere Zersiedlung und Zubetonierung unserer Landschaft lehnen wir
grundsätzlich ab. Kommunalpolitiker müssen auch visionäre Gedanken
ansprechen: Wie kann die Stadt in 10 Jahren aussehen, sie müssen positive
und negative Entwicklungen beschreiben können. Die Bürgerinnen und Bürger
müssen sich mit ihrer Stadt identifizieren können. Sie sollen sich
wohlfühlen. Dazu gehört Kennenlernen der Geschichte, Heimatgefühl.
Die innerstädtische Entwicklung muß absoluten Vorrang haben. Wir wollen
lebendige Fußgängerzonen. In Mörfelden wollen wir samstags die Sperrung der
Bahnhofstraße während des Wochenmarktes.
Dazu gehört die städtebauliche Aufwertung der Wolfgartenstraße und des
Platzes hinter der ehemaligen Polizeistation.
Eine weitere Ausdehnung der Flächen für Industrie- und Baugebiete ist nicht
zu verantworten. Die Stadt sollte auf die niedergelassenen Firmen einwirken,
damit Entsiegelungsmaßnahmen (z.B. Nürnberger-Bund-Gelände etc.) beginnen
können. Zu lange haben sich in unseren Industriegebiet vor allem
Flächenverbraucher angesiedelt, während sich arbeitsplatzintensive
Unternehmen kaum niedergelassen haben. Neue Großmärkte im Industriegebiet
lehnen wir ab, Einkaufsmärkte in der Innenstadt halten wir für sinnvoll.
Einkaufsmöglichkeiten in Walldorf (östlich der Bahnlinie) müssen geschaffen
werden.
Die Stadt muß offen bleiben für überschaubare und naturnahe Strukturen, für
nachbarschaftliches Miteinander. Wir wollen möglichst viel kommunales
Miteinander, wollen das Gegeneinander begrenzen. Eine „Verstädterung“ im
negativen Sinn lehnen wir ab.
Verkehr
Das Thema Autoverkehr wird die Kommunalpolitik noch lange beschäftigen zumal
die Verkehrsbelastung in vielen Straßen (z.B. Westendstraße) immer
unerträglicher wird. Die Einführung von Tempo-30-Zonen verläuft schleppend.
Alle Verkehrswege durch das Stadtgebiet müssen vor allem danach untersucht
werden, ob sie kinder-, Fahrrad- und altengerecht sind.
Wir wollen im gesamten Stadtgebiet die schnelle und unbürokratische
Einführung von Tempo 30. Alle in diesem Zusammenhang vorgesehenen Um- und
Rückbaumaßnahmen im Straßenraum müssen mit Anwohnern, Zulieferern und
Hilfsdiensten abgestimmt werden.
Der Durchgangsverkehr muß raus aus Mörfelden. Die gegenläufige Nutzung von
Einbahnstraßen ist zu prüfen. Ein Parkdeck in der Mörfelder Innenstadt, das
erneut Verkehr ins Zentrum ziehen würde, lehnen wir weiterhin ab.
In Walldorf müssen eine Reihe von Verkehrsproblemen (z.B. Wageninger Str.,
Lönsstraße, Nordring) gelöst werden.
Personennahverkehr
Die Verwahrlosung der Bahnhöfe ist skandalös. Bahnunterführungen sind
zunehmend verdreckt, die Brücke über die Bahn in Höhe der Mörfelder
Mainstraße ist eine gefährliche Fehlkonstruktion.
Die Sicherung des Bahngeländes in Mörfelden und Walldorf ist unzureichend.
Die Parkplatzsituation an den Bahnhöfen läßt zu wünschen übrig.
Fahrradfahrer kommen z.Zt. in Mörfelden durch ein Parkchaos oft nur schwer
an die Fahrradabstellplätze.
Wir brauchen deshalb mehr städtischen Druck auf die Bahn AG. Der öffentliche
Personennahverkehr muß gefördert werden. Wir wollen uns dafür einsetzen, daß
die Bahnhöfe attraktiv und servicefreundlich werden. Die Stadt muß einen
S-Bahn-Anschluß erhalten.
Fahrpreiserhöhung im RMV lehnen wir entschieden ab. Fahrpreise müssen Anreiz
sein, das Auto stehen zu lassen.
Die Buslinien müssen ausgebaut werden, eine ständige Werbung für diese
Buslinien muß erfolgen. Der Einsatz von Kleinbussen und Sammeltaxis muß
erprobt werden.
Radwege
Hier muss die aktuelle Entwicklung am Jahresende beachtet werden.
Fahrradfahren gewinnt an Bedeutung. Das wird von Berlin und Wiesbaden nicht
beachtet. (Holland gibt pro Jahr und Kopf 20 Mark für Fahrradförderung aus,
die Bundesregierung 1,50 Mark). Wir fordern seit vielen Jahren im
Stadtparlament eine fahrradfreundliche Stadt. Wenn Radfahren sicher und
bequem ist, gibt es Chancen, den innerstädtischen Autoverkehr
einzuschränken.
Wir wollen den schnellen Bau von Radwegen in der Stadt, in die
Naherholungsgebiete und zu anderen Städten und Gemeinden, die Errichtung von
Fahrradabstellplätzen mit diebstahlsicheren Fahrradständern an zentralen
Stellen der Stadt (Bahnhöfe, Geschäfte, Einkaufsmärkte). Wir wollen
Randsteinabsenkungen im Bereich der Radwege und überall da, wo Radfahrer
fahren müssen.
Wir fordern deutlich markierte innerstädtische Radrouten und die Anbindung
an Fernradwege.
Frauentreff
Der Frauentreff Mörfelden-Walldorf ist zu einer außerordentlich
erfolgreichen Einrichtung geworden. Nun braucht er größere Räumlichkeiten.
Wir unterstützen die Forderung für ein Frauenzentrum mit einem festen
Haushaltstitel. Das Frauenzentrum sollte mit einer Sozialarbeiterin besetzt
sein, die in enger Zusammenarbeit mit den Frauenbeauftragten in sozialen und
persönlichen Fragen sachkundig beraten kann.
Eine deutlichere Öffnung des Frauentreffs für junge Frauen und Mädchen
halten wir für sinnvoll.
Kindereinrichtungen
Hier muss die aktuelle Situation im Herbst beleuchtet werden.
Wir wollen ein Kindergartengesetz, das die finanzielle Unterstützung von
Land und Bund gewährleistet.
Unsere Stadt braucht einen neuen Kindergarten. Aus gesamtgesellschaftlicher
Verantwortung werden wir weiterhin Plänen zur Personalreduzierung bei
städtischen Einrichtungen und Gebührenerhöhungen entgegentreten.
Eine Gebührenfestschreibung halten wir für sinnvoll.
Wir sind gegen die Erhöhung der Gruppenstärke in Kindertagesstätten, halten
die Verpflegung in KITAs durch eine eigene Küche für wichtig.
Spielplätze müssen besser gewartet, neue Spielplätze gebaut werden.
Spielplätze müssen gut eingerichtet und einen hohen hygienischen Stand
haben.
In Walldorf-Ost muß ein Kinderspielplatz eingerichtet werden.
(Es ist nicht einzusehen, das für Parkplätze hohe Quadratmeterpreise bezahlt
werden, bei Spielplätzen die Preishöhe als Verhinderungsgrund sieht.)
Schulen
Die Grundschulen sollten wieder in die Trägerschaft der Stadt übergehen. Auf
den Kreis Groß-Gerau als heutigen Schulträger muß Druck ausgeübt werden,
damit alle Schulen in einen ordentlichen Zustand versetzt werden.
Der bauliche Zustand aller Grundschulen muß überprüft, notwendige
Renovierungen durchgeführt werden. Vor allem Turnhallen gehören schnellstens
renoviert. Für Schulturnhallen müssen ausreichend Hausmeister zur Verfügung
stehen.
Die „betreuten Grundschulen“ müssen ausgebaut und überall eingeführt werden.
Integrationsklassen an allen Schulen sind zu fördern.
Die „Bertha-von-Suttner“-Schule mit ihrer gymnasialen Oberstufe hat eine
große Bedeutung für unsere Stadt. Ihr gehört jegliche Unterstützung. Land
und Kreis müssen hier ständig in die Pflicht genommen werden da ständig
optimiert werden muß. So fehlen z.B. immer noch ausreichend überdachte
Fahrradabstellplätze.
Vereine
Es bleibt dabei: Wer in den Sport investiert, investiert Geld für die
Gesundheit und die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen. Auch für
Erwachsene gewinnt der Sport aus gesundheitlichen Gründen immer mehr an
Bedeutung.
Wir wenden uns entschieden gegen alle Versuche, hier sparen zu wollen.
Die Vereinsbezuschussungsrichtlinien dürfen nicht angetastet werden.
Wir wollen, daß der Mangel an Sportstätten beseitigt wird. Wir fordern
ausreichende Mittel für den Erhalt und den Ausbau bestehender Einrichtungen.
Hierzu gehört die Anlage neuer Sportstätten - als erste Maßnahme den Bau
eines Hartplatzes - an der Gesamtschule und Spielmöglichkeiten für
Basketball, Volleyball und den Rollschuhsport.
Eine neue Sporthalle sollte geplant werden, da zur Zeit keine freien
Hallenplätze mehr zur Verfügung stehen.
Kultur
Hier müssen aktuelle Forderungen eingefügt werden.
Wir wollen weitere Initiativen für ein städtisches Kulturprogramm und
ausreichende Mittel zur Unterstützung kultureller Arbeit.
Im Gewölbekeller im »Goldenen Apfel« sollte, vor allem in den Wintermonaten,
ein ständiges Programm angeboten werden.
Örtliche Vereine, Initiativen und Künstler sollten in das städtische
Kulturangebot mehr einbezogen werden. Wir halten die städtische
Unterstützung einer Kulturinitiative für sinnvoll.
Die Integration ausländischer Bürgerinnen und Bürger muß stärker werden.
Der „Kultursommer“ und andere kulturelle Angebote müssen ausgebaut werden.
Gesundheit
Lärm und Luftverschmutzung belasten zunehmend die Gesundheit der Menschen in
der Flughafenregion - wir wollen eine Untersuchung, die Zusammenhänge
erforscht.
Hier sind auch eigene Initiativen der Stadt gefordert.
Wir sind für die Erhaltung des Therapeutikums im Altenhilfezentrum - mit
Bewegungsbad. Dazu ist die Einbeziehung der örtlichen Ärzteschaft, der
Hilfsdienste, der Gesundheitskommission nötig. Die Stadt Mörfelden-Walldorf
soll sich stattdessen für die Niederlassung von Fachärzten einsetzen (z.B.
Neurologen, Psychologen/Kinderpsychologie).
Wir sind gegen Einsparungsmaßnahmen bei der Jugend- und Drogenberatung, die
eigenständige Beratungsstelle in Mörfelden muß erhalten werden.
Umweltschutz
Das Thema Umweltschutz muß für die Kommunalpolitik der Zukunft einen noch
höheren Stellenwert erhalten. Dazu gibt es vielfältige große und kleine
Möglichkeiten.
Die Ozonmessungen sollten in unserer Stadt auch weiter stattfinden. Dazu ist
die technische Ausrüstung auch von der Stadt zu fördern.
Wir wollen neue Initiativen zur Sanierung unserer heimischen Fließgewässer.
Wir fordern regelmäßige Kontrolle durch Entnahme von Wasserproben verbunden
mit öffentlicher Berichterstattung. Die Bachauen sind zu renaturieren.
Wir fordern die Fortsetzung städtischer Kampagnen, die zum sparsamen Umgang
mit Trinkwasser aufrufen und finanzielle Mittel für den Einbau
wassersparender Einrichtungen. Die Unterstützung privater
Regenwassernutzungsanlagen halten wir für sinnvoll. Wir halten eine eigene
Wasserversorgung nach wie vor für außerordentlich wichtig. Wasserwerke und
Kläranlagen müssen auf den bestmöglichen Stand gehalten werden.
Wir fordern eine strenge Kontrolle und Reduzierung der landwirtschaftlichen
Intensivwirtschaft in unserer Gemarkung, vor allem für das Gebiet zwischen
Mörfelden und Walldorf ein Ende der Großflächenwirtschaft. Wir wollen dafür
die Anlage von Streuobstwiesen und die Pflege des alten Obstbaumbestandes.
Dazu ist die Brachlandpflege zu organisieren.
Wir sind für ökologische Waldbearbeitung und halten den Einsatz von
Großmaschinen für falsch. Wir sind für Artenvielfalt, gegen zu hohe
Wildbestände. Die Erholungsfunktion des Waldes muß vor der wirtschaftlichen
Nutzung kommen.
Wir sind für die Entsieglung von öffentlichen Flächen. Baumanpflanzungen am
Radweg zur Bertha-von-Suttner-Schule sind anzustreben.
Ältere Mitbürger
Wir haben darauf zu achten, daß ältere Bürgerinnen und Bürger nicht in
Vergessenheit geraten. Dazu gehört vor allem, daß keine Mittelkürzungen für
Betreuungsangebote stattfinden.
Das Miteinander von Jung und Alt ist zu fördern.
Wir wollen die Prüfung, ob öffentliche Verkehrswege (Ampeltakte, Rad- und
Fußwege, Geländer, Randsteine, Stufen etc.) den Bedürfnissen älterer
Menschen entsprechen. Eine humane Stadt ist auch eine rollstuhlgerechte
Stadt.
Wir halten eine Aktion „Jugend hilft“ für sinnvoll. Hier könnten Wege
gefunden werden um Einkäufe u.ä. zu organisieren.
Jugend
Kommunale Jugendpolitik war schon immer ein Stiefkind. Die Jugendarbeit soll
in unserer Stadt einen höheren Stellenwert einnehmen und braucht mehr
Unterstützung.
Wir wollen bessere Bedingungen für die Jugendarbeit in Mörfelden-Walldorf
(mehr Mittel für Jugendzentren, Honorarkräfte, neue Formen offener
Jugendarbeit, Arbeitsmaterial). Die Jugendzentren haben eine große
Verantwortung bei der Verhinderung rechtsradikaler Entwicklungen. Begonnene
Aktivitäten zur Unterstützung bei der Lehrstellensuche sollten ausgebaut
werden.
Wir wollen mehr Räumlichkeiten für Jugendliche, z.B. Proberäume für Bands.
Jugendpolitik heißt aber auch unmittelbare Beteiligung der Jugend an der
Kommunalpolitik. Wir wollen, daß Kinder und Jugendliche ein Antrags- und
Rederecht im Stadtparlament bekommen - eine Struktur dafür muß geschaffen
werden.
Jugendliche und junge Erwachsene, die nicht in Vereinen organisiert sind und
dies auch nicht immer wollen, haben in Mörfelden-Walldorf kaum Möglichkeiten
ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. In unserer Stadt gibt es eine
regelrechte "Landflucht der Jugend". Sie bevorzugen Städte wie Frankfurt,
Groß-Gerau, Mainz oder Darmstadt, weil man sie hier ihre junge Kultur nicht
leben läßt. Daher wäre ein Jugend-Kultur-Café mit
Internet-Nutzungs-Möglichkeiten ein wichtiger Schritt in die richtige
Richtung.Die Stadt sollte mehr Plätze für Trendsportarten einrichten.
Gläsernes Rathaus
Die Kommunen sind die demokratische Basis der Gesellschaft. Wir halten eine
Schwächung der demokratischen Selbstverwaltung durch rein
betriebswirtschaftlich orientierte städtische „Firmen“ für falsch.
Wir lehnen die Privatisierung städtischer Leistungsangebote ab, weil sie
kein Ausweg aus der finanziellen Misere der Kommunen sind.
Wir unterstützen alle Maßnahmen, die Rathauspolitik durchschaubarer machen;
das betrifft auch die Arbeit des Magistrates.
Bürgerversammlungen müssen weiter stattfinden. Über einen interessanteren
Ablauf muß nachgedacht werden.
Mit der monatlichen Herausgabe unserer Stadtzeitung „blickpunkt“ werden wir
weiter dazu beitragen, daß man draußen sieht, was drinnen vorgeht.
Wohnen
Wohnen ist ein Grundrecht. Eine Stadt muß sich daran messen lassen, ob
genügend bezahlbarer Wohnraum für die Bürgerinnen und Bürger vorhanden ist.
Wir sind gegen Mieterhöhungen bei allen Sozialwohnungen, insbesondere auch
in gemeindeeigenen Wohnungen.
Wir wollen eine stärkere Mitbestimmung der Stadt bei
Wohnungsbaugesellschaften, die erhebliche Geldmittel von der Stadt erhalten.
Darüber hinaus ist zu prüfen, ob die Stadt nicht selbst im sozialen
Wohnungsbau aktiv werden kann.
Wir wollen Hilfen vor allem für junge Familien, die Wohnungen suchen,
Wohnungen erwerben wollen oder an Eigenheimbau denken.
Müll
Aktuelle Lage - z.B Preissenkungsabsichten - beim Endformulieren beachten.
Müllkonzeptemüssen die Müllvermeidung in den Vordergrund stellen.
Leider gehen die Bundesgesetze nicht weit genug. Die Bürger bezahlen heute
zweimal: Erstens über höhere Preise durch den grünen Punkt und zweitens über
höhere Müllentsorgungsgebühren.
Die Müllverbrennung, wird heute als beste Lösung gesehen, sie ist aber zu
günstigeren Preisen zu organisieren.
Neue Konzeptionen der Müll»beseitigung« müssen vernünftig sein und nicht nur
dazu angetan sein, die Bevölkerung abzukassieren.
Wir unterstützen alle Initiativen für die Einrichtung eines Recyclinghofes
in unserer Stadt.
Kommunale Eigenständigkeit
Wir weisen alle Versuche, die kommunale Eigenständigkeit anzutasten,
entschieden zurück.
Wir werden alles tun, daß die diversen Gebietsreform-Pläne verhindert
werden.
Die Pläne für einen „Rat der Region“ halten wir für unausgegegoren und im
Ansatz falsch. Nicht neue bürokratische Verwaltungsorgane sind notwendig,
sondern Bürgernähe und überschaubare Verwaltungsabläufe.
Friedenspolitik
„Ohne Frieden ist alles nichts!“ Die Stadt muß friedenspolitische
Initiativen fördern und entwickeln. Wir wollen, daß dazu auch die
Städtepartnerschaften mit Vitrolles, Torre Pelice und Wageningen genutzt
werden.
Das ehemalige US-Munitionsdepot im Oberwald sollte schnellstens auf Kosten
der früheren Nutzer saniert werden, damit die Bevölkerung diesen Wald als
Erholungsgebiet nutzen kann. Wir fordern die endgültige Entmilitarisierung
der Frankfurter Flughafens, Waffen- und Kampfmitteltransporte dürfen nicht
mehr erfolgen.
Wir sind gegen Plutonium-Transporte über den Flughafen Frankfurt.
Solidarität
Allen Formen von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ist auch in der Kommune
entgegenzutreten. Besonders muß neonazistischer Ausländerhetze durch
vielfältige Aktivitäten (strafrechtliche Verfolgung, politische
Resolutionen, Veranstaltungen, Feste und Kulturarbeit) begegnet werden. Hier
muß man auf die Probleme der sogenannten III. Welt und ihre Ursachen
eingehen.
Wir fordern von der Stadt: Keine Vermietung von Räumlichkeiten für
antidemokratische, reaktionäre Gruppen und Organisationen.
Die Mittel für solidarische Hilfe in Entwicklungs- und Krisengebieten müssen
weiter bereitgestellt werden.
Hier: Vorschläge und Kritik zum Programmentwurf
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