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Gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle!

Bildung darf kein Privileg der Reichen sein!

Gerade in Hessens Bildungspolitik zeigt sich, daß die SPD-GRÜNEN-Landesregierung alle früheren fortschrittlichen Ansätze längst verloren hat.

Wenn Hessen nach Veröffentlichungen der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft bei den Pro-Kopf-Bildungsausgaben im Bundesdurchschnitt im unteren, bei den SchülerInnenzahl pro Lehrer im oberen Bereich liegt, ist dies Zeichen dafür, daß nicht nur bundespolitisch gesellschaftliche Umverteilung erforderlich ist, sondern auch landespolitisch dringend andere Schwerpunkte gesetzt werden müssen.

Kostenfreiheit von Unterricht und Lehrmitteln sowie Zugang zu Bildungseinrichtungen allein in Abhängigkeit von der Eignung - nicht vom Geld der Eltern - stehen in der Verfassung.

Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Lehrerausstattung an den Schulen wird nur noch daran gemessen, wieviel Prozent sie unter 100 liegt, glücklich mag schon sein, wer 90% erreicht hat. Nach Verbandsschätzungen fehlen mindestens 100.000 Stunden wöchentlich. Gespart wird an Lehrern und Ausstattung, so daß schon das Kopieren von Lernhilfematerialien zum ständigen Problem wird. Unterrichtsausfall wird zum "Normalfall", Klassenstärken steigen auf pädagogisch nicht mehr vertretbare Größenordnungen.

Lehrerinnen und Lehrer, die ohnehin bei zu großen Klassen und zunehmenden, durch das gesellschaftliche Umfeld bedingten, Verhaltensweisen der Schüler erheblich belastet sind, werden durch Erhöhung der Wochenstundenzahl zusätzlich zu Opfern der rigiden Sparpolitik.

Fortschrittliche bildungspolitische Ansätze wie etwa integrierte Gesamtschulen und die Integration behinderter Kinder werden durch ständige Mittelkürzungen ausgeblutet.

Da ist es nur scheinbar fortschrittlich, wenn im Hessischen Schulgesetz der Schulkonferenz aus Lehrern, Eltern und Schülern bestimmte Rechte übertragen wurden und eine scheinbare finanzielle Eigenständigkeit geschaffen wird.

Bei insgesamt ständig unzureichender Finanzausstattung wird damit nur die Verwaltung des Mangels delegiert, wird die Verantwortung für die Misere weg von den Politikern auf die Betroffenen übertragen. Die "Mitbestimmung" artet dahingehend aus, zu entscheiden, wo welche Stunden gestrichen werden und welche Klassen zusammengelegt werden müssen.

Gleichzeitig werden damit Überlegungen der Selbstfinanzierung gefördert. Kostenlose Mithilfe von Eltern etwa in Schulbibliotheken ist vielerorts schon selbstverständlich. Es wächst die Rolle von Fördervereinen und zweckgebundenen Elternbeiträgen (etwa für Fotokopierkosten) es nehmen Überlegungen zu, "Sponsoren" für Schulen zu beschaffen.

Natürlich fließen Elternspenden und Sponsorenhilfen in "sozial" stärkeren Wohngebieten in der Regel stärker als in Arbeitersiedlungen. Für Mütter aus gutbürgerlichen Familien mit Zweitwagen, Putzfrau und bisweilen auch Kindermädchen ist es anders als für Eltern in Arbeiterfamilien leicht, sich ab und zu in die Schulbibliothek zu setzen.

Wo eigentlich Schulen in Gegenden mit hohem Anteil von Ausländerfamilien und Kindern, die zu Hause weniger Hilfe in schulischen Dingen erwarten können, entlastet werden müßten durch kleinere Klassen, bessere Lehrerausstattung u. a., wird durch die Landespolitik die umgekehrte Entwicklung gefördert. Je wohlhabender die Eltern des Einzugsgebietes sind, um so besser geht es den Schulen. Selbst eigenfinanzierte Lehrkräfte werden dann diskutiert, wenn man bei den Reichen nicht gleich die Privatschule wählt.

 

Die DKP sagt:

Im Bildungsbereich darf nicht gespart werden, weil nicht zuletzt von guten Bildungschancen die Zukunft unserer Kinder abhängt.

Wer gleiche Bildungsmöglichkeiten für alle will, muß kleine Klassen bilden, muß genügend Lehrer einstellen und die Schulen finanziell befähigen, die erforderlichen Lehrmittel zu erwerben.

 

Mit der finanziellen Ausstattung steht und fällt auch die Vermeidung regional erheblich unterschiedlicher Qualitätsstandards und eine Abhängigkeit von Sponsoren. Das werden in der Regel Großunternehmen sein, die Bildung vorrangig im Sinne der besseren Verwertbarkeit der Menschen im Profitsystem sehen.

Zu erhalten sind die Gesamtschulen mit dem Ziel der Schaffung der integrierten Gesamtschulen als Regelbildungsweg, um die viel zu frühe Selektierung der Kinder zu vermeiden, Langfristig tritt die DKP für eine flächendeckende, zehnklassige, von allen Schülerinnen und Schülern zu absolvierende Grund- und Mittelstufenausbildung im System einer demokratischen Gesamtschule ein.

Auf der Basis hinreichender Finanzausstattung können auch die Mitbestimmungsorgane von Lehrern, Eltern und Schülern eine sinnvolle Funktion erhalten und sich konstruktiv inhaltlichen Fragen widmen.

Dem menschenfeindlichen Abschieben von behinderten Kindern in Sonderschulen, wie es die CDU gern wieder zur Regel machen möchte, muß deutlich entgegengetreten werden durch flächendeckende Möglichkeiten der Integration.

Wir sind für eine spezielle Förderung von ausländischen Kindern und Jugendlichen. Hierbei muß die Integration in die normalen Schulklassen, eine muttersprachliche Förderung und die Schaffung optimaler Voraussetzungen für eine spätere Berufsausbildung gewährleistet sein.

Wenn man die Rechtsentwicklung gerade auch unter Jugendlichen mit rassistischer Einstellung und erhöhter Bereitschaft, neofaschistische Parteien zu wählen, sieht, wird deutlich, wie wichtig es auch ist, in der schulischen Bildung den Geist des Humanismus, des Antifaschismus und des Internationalismus zu fördern und die Lehren aus der Deutschen Geschichte zu ziehen. Nationalismus und Ausländerfeindlichkeit muß frühzeitig entgegengetreten werden.

Keine Elitebildung im Interesse des Kapitals!

Im Hochschulbereich wird vorrangig die Elitebildung gefördert, alles den Interessen des Kapitals untergeordnet.

Bereits durch die zunehmende Bedeutung der Eigenfinanzierung des Studiums aufgrund völlig unzureichender und ständig eingeschränkter Förderungsleistungen sind die meisten Studierenden gezwungen, sich das Studium zum großen Teil durch eigene Arbeit selbst zu finanzieren, was angesichts gleichzeitiger Bemühungen, die Studiendauer drastisch zu kürzen und drohender Studiengebühren, zu zusätzlichen Belastungen führt.

Auch hier gilt wie in den Schulen, daß durch Sparmaßnahmen und privates Sponsorentum die Entwicklung dahingehend vorangetrieben wird, Hochschulen vorrangig im Interesse der späteren Verwertbarkeit der Absolventen für das Kapital zu nutzen.

Widerstand der Studierenden in Form auch allgemeinpolitischer Betätigung ihrer Organe wird gleichzeitig gerade von rechten Gruppierungen unter Mithilfe der Justiz massiv bekämpft, in dem man den Studierendenausschüssen das politische Mandat abspricht. Dabei ist eine Vertretung der Interessen der Studierenden kaum möglich, wenn nicht auch die gesellschaftlichen Hintergründe erkannt und aufgegriffen werden, aus denen heraus die Situation der Hochschulen erklärbar wird.

Auch das vorgesehene neue Hessische Hochschulgesetz, weitere Verschulung des Studiums und Beibehaltung bzw. sogar Ausweitung der bestehenden Hierarchien und "leistungsorientierter Kriterien" bei der Finanzierung und Bemühungen um Finanzmittel von außen, verstärken diese Entwicklungen.

Wir setzen uns deshalb ein für die ungehinderte politische Betätigung der Studierendenvertretungen, für den Ausbau ihrer Beteiligung in den Hochschulgremien.

Auch an den Hochschulen gilt es, sich gegen jegliches Bildungsprivileg einzusetzen.

 

Dazu gehört:

eine ausreichende und nicht rückzahlbare Grundsicherung für die Studierenden, die wirklich zum Leben reicht,

kein Sponsoring, keine Privatisierungen, volle staatliche Finanzierung der Hochschulen.


http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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