Die DKP Hessen lehnt die Erweiterung des Frankfurter Flughafens ab
Wir wollen keine neue Startbahn und keine Erhöhung der Flugbewegungen.
Die Grenze der Belastbarkeit der Bürgerinnen und Bürger im
Rhein-Main-Ballungsgebiet ist überschritten. Der Flughafen Frankfurt hat
sich zum größten ökologischen Problem Hessens entwickelt.
Zweifellos hat der Flughafen Frankfurt eine große wirtschaftliche
Bedeutung. Er ist aber keinesfalls eine "Jobmaschine", wie es
Landespolitiker darstellen. Tatsache ist: mit dem seitherigen
Flughafen-Wachstum ist die Belegschaft nicht proportional gewachsen.
Die Flughafen-Aktiengesellschaft will im Jahre 2000 an die Börse - bis
dahin will sie ihren Wert steigern, indem sie vor allem Personalkosten senkt.
Mit Überstunden und Personalabbau hat man seit 1991 die Produktivität
bereits um 30% erhöht. Eine weitere und stärkere Ausbeutung der
FAG-Beschäftigten ist nicht hinnehmbar.
Es heißt, der Flughafen steht im "nationalen und internationalen
Wettbewerb" und ist zum Ausbau gezwungen. Wir erkennen diese
"Logik", dieses "fressen oder gefressen werden", nicht an.
Was uns die Flughafenerweiterungsbefürworter hier als Sachzwang verkaufen,
ist nicht anderes als das Wolfsgesetz der kapitalistischen Konkurrenz, unter
dem letztendlich immer die arbeitende Bevölkerung zu leiden hat.
Wir fordern intelligente Lösungen damit die Belastungen, die vom
Flughafen ausgehen, minimiert werden. Dazu gehört die Abschaffung der
Subventionen für den Luftverkehr. Bei den Planungen am Frankfurter
Flughafen darf es keine Lösung gegen die Region und die Interessen der
Bürgerinnen und Bürger des Umlandes geben.
Wir wollen keine weiteren Waldverluste
Nach dem Bau der Startbahn 18 West sagte der damalige Ministerpräsident
Holger Börner: "Kein Baum darf mehr fallen!". Mittlerweile
wurden erneut 140 Hektar Wald vernichtet und nun denkt man sogar daran,
für eine weitere Startbahn "Bannwald" zu roden.
Wir wollen keine Erhöhung der Flugbewegungen
Im Jahre 1997 gab es 392.121 Flugbewegungen jährlich - bis zum Jahr
2003 sollen es 555.000 Flugbewegungen werden. Vor 8 Jahren gab es 40
Nachtflüge - heute sind es 104. Eine neue Startbahn im Schwanheimer Wald
hätte ein neues kilometerlanges Lärmband von Offenbach bis
Flörsheim zur Folge.
Wir lehnen das Mediationsverfahren ab
Ministerpräsident Hans Eichel hat eine Gesprächsrunde (Mediation)
arrangiert mit der Absicht, den Widerstand gegen weitere Ausbaumaßnahmen
psychologisch auszuhebeln und das Thema Flughafenerweiterung aus dem
Landtagswahlkampf herauszuhalten.
In der Mediationsrunde soll letztlich darüber diskutiert werden,
"wie" der Flughafen wachsen soll und nicht "ob" er wachsen
soll. Wir lehnen eine solche Mediation ab, wie es auch die
Bürgerinitiativen und Umweltverbände tun.
Wir fordern:
Eine Gesamtbelastungsstudie und sofortige Maßnahmen zur Reduzierung
der Umweltbelastungen im Rhein-Main-Ballungsgebiet
Nachtflugverbot statt Ausweitung der Nachtflüge
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