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Soziale Errungenschaften verteidigen

Sozialer Kahlschlag und kein Ende?

In unserem reichen Land stehen viele soziale Errungenschaften zur Disposition, weil für Soziales und für dringend notwendige infrastrukturelle Maßnahmen angeblich kein Geld mehr da ist. Die Regierenden in Bonn und Wiesbaden sprechen vom "Diktat der leeren Kassen" und streichen, was ihnen für ihre Zwecke entbehrlich erscheint. Die Bevölkerung wird zur Kasse gebeten. Die Superreichen, die Banken und Konzerne bleiben dabei weitgehend ungeschoren. Immer noch erfolgt die Umverteilung von unten nach oben.

Damit ist klar:

Die Ursache der Finanznot der öffentlichen Haushalte liegt keineswegs in der behaupteten "Anspruchsinflation" der Bürger, in einem nicht mehr finanzierbaren Sozialsystem oder in zu teuren, aufgeblähten öffentlichen Verwaltungen. Wir haben nicht über unsere Verhältnisse gelebt.

Hauptursache sind Steuergeschenke in Milliardenhöhe, die die Großkonzerne seit Jahren einstecken. So sind die Staatseinnahmen aus Unternehmersteuern von 1980 bis 1995 um 42% gesunken, während die Einnahmen aus der Lohnsteuer um 153% gestiegen sind. Wäre der Anteil der Unternehmersteuern gleich geblieben, würde der Staat über 100 Milliarde DM im Jahr mehr einnehmen. Statt dessen erhalten die Konzerne neben großzügigen Subventionen zusätzlich weitere saftige Steuergeschenke durch z.B. Streichung der Vermögenssteuer (9 Mrd. DM im Jahr) und der Gewerbekapitalsteuer (8 Mrd. DM im Jahr). Weitere Steuergeschenke wie Senkung des Spitzensteuersatzes (pro Prozentpunkt 2 Mrd. DM im Jahr) und weitere Milliarden Entlastungen für die Großunternehmen sind vorgesehen.

Alles, was dem großen Kapital so reichlich gegeben wird, fehlt zwangsläufig in den öffentlichen Kassen. Dies gilt für Bund, Länder sowie für fast alle Städte und Gemeinden. Die direkte Folge dieses Einnahmedefizits ist der Zwang, sich das nötige Geld bei den Banken zu beschaffen, was in den letzten Jahren zu kaum mehr tragbaren Tilgungs- und Zinsbelastungen der Kommunen geführt hat. Darin besteht das "Diktat der leeren Kassen"! Wann Städte wie Frankfurt, Darmstadt, Kassel u.a. den Offenbarungseid leisten müssen, scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Für die notwendigen infrastrukturellen und sozialen Maßnahmen sind jedenfalls die Mittel schon jetzt nicht mehr vorhanden. Betroffen ist die gesamte Bevölkerung mit Ausnahme weniger Superreicher, für die dieser Zauber veranstaltet wird. Dafür werden immer mehr Menschen in die Armut getrieben, viele Kinder und Jugendliche werden ihrer gesamten Lebensperspektive beraubt.

Geld ist genug da. Man muß es holen, wo es ist.

Bei den Banken und Konzernen!

Die Großbanken können sich derweil die Hände reiben. Der Armut des öffentlichen Sektors steht eine unvorstellbare Profitexplosion gegenüber:

Von 1990 bis 1996 stiegen die Gewinne der deutschen Banken und Kreditinstitute von 9,7 auf 19 Mrd. DM (nach Steuern). In diesem Zeitraum stiegen die Gewinne:

  • der Deutschen Bank von 1067 auf 2218 Millionen DM,
  • der Dresdner Bank von 921 auf 1580 Millionen DM,
  • der Commerzbank von 557 auf 1214 Millionen DM.

Also: Die Kassen sind nicht leer. Es sind nur die falschen Kassen, über die in der Öffentlichkeit ständig geredet wird! Wer für die Menschen etwas bewirken will, der muß an die Kassen der Banken und Konzerne rann. Doch von den etablierten Parteien macht das niemand. CDU und FDP sind bereitwillige Erfüllungsgehilfen des großangelegten Raubzuges auf die Taschen der Arbeiter, Angestellten, Kranken und Rentner. Aber auch SPD und Grüne beteiligen sich dort, wo sie in Regierungsverantwortung stehen, nach Kräften an der Rotstiftorgie.

Und das ist kein Zufall, es macht Sinn. Denn nur für die Großbanken und das Monopolkapital veranstalten Bundes- und Landesregierungen dieses grausame "Spiel". Erklärtes Ziel ist nicht die Sanierung der öffentlichen Haushalte, der Renten- und Krankenkassen oder gar die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Die hohe Arbeitslosigkeit wird darüber hinaus dazu genutzt, Druck auf die Arbeitenden auszuüben, um Löhne zu senken, Arbeitszeit und Arbeitsintensität weiter zu steigern, damit die Gewinne weniger weiter steigen. Ziel ist allein die Kostensenkung (sprich: bessere Verwertungsbedingungen) für das Kapital, um den "Standort Deutschland" zu sichern. Hierfür arbeiten Kabinett und Kapital zu Lasten der Bevölkerung.

Streichen bei den Reichen

Dagegen sagt die DKP: Massenbelastungen der Bevölkerung, Stellenabbau in den Verwaltungen und Privatisierung öffentlichen Eigentums sind kein Ausweg aus der Misere der öffentlichen Haushalte. Die Reichen, die 0,2% der Bevölkerung, die ein Drittel des Geldeigentums (1500 Mrd. DM) besitzen, die Banken und Konzerne sollen zahlen.

 

Daher fordert die DKP:

Zur Behebung der Finanznot der Städte und Gemeinden vor allem die sofortige Einstellung der Zinszahlungen der Kommunen an die Großbanken und vollständiger Schuldenerlaß

Sofortige Zurücknahme der Gewinnsteuersenkungen der letzten 15 Jahre

Abschöpfung von Spekulationsgewinnen zugunsten der öffentlichen Haushalte

Radikale Kürzung der Rüstungsausgaben

 


http://www.dkp-hessen.de/
• Autor: DKP Hessen •



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